Wasserwechsel ALT


Als ich mit dem Hobby anfing war ich geradezu schockiert wie oft viele Halter ihr Wasser wechselten. Ich dachte das dieses Verhalten total übertrieben ist und versuchte es anders zu machen. Einige Foreneinträge zum Thema Altwasseraquarium gaben mir noch recht. Bei meinem Gesellschaftsbecken ist das auch kein Problem, dort Wechsel ich alle 1-2 Monate 50% des Wassers. Bei meinen Garnelen habe ich alle 2-3 Wochen 30-50% des Wassers gewechselt. Was am Anfang kein Problem war, zeigte sich langfristig an der Einstellung der Vermehrung und gelegentlichen Sterben einzelner Tiere.

Als ich im März meine Taiwaner bekommen habe wollte ich alles richtig machen und habe hier wie von vielen erfolgreichen Züchtern empfohlen jede Woche 50% des Wassers gewechselt. In diesem Becken hatte ich nie Probleme, mir ist noch kein Tier umgekippt und sie vermehren sich prächtig.

Das Stichwort zur Dringlichkeit eines regelmässigen Wasserwechsel heißt Keimdichte. Bei jedem Wasserwechsel wird die Keimdichte reduziert. Trotzdem bleibt ein Teil der Keime im Wasser zurück. Wenn nun zu wenig gewechselt wird bleiben natürlich mehr Keime zurück, die sich dann schneller vermehren. Irgendwann wird der Keimdruck für den empfindlichen Organismus der Garnelen zu hoch und die Probleme fangen an. An dieser Stelle sollte sofort ein Wasserwechsel um die 95% durchgeführt werden. 

Nach diesen Erfahrungen nun mein Rezept des Wasserwechsels:
In allen Garnelenbecken Wechsel ich 1x die Woche an einem festen Tag 50% des Wassers. (Update 10.05.2016: Aktuell Wechsel ich alle 1-2 Wochen). Gelegentlich, möglichst wenn gerade keine ganz jungen Garnelen im Becken sind tausche ich 90% des Wassers aus. Wenn ich Leitungswasser nehme, dann nur Kaltwasser um eine Gefährdung durch Ablagerungen in Boiler, Leitungen etc zu vermeiden. Das Wasser fülle ich bereits einen Tag vor dem eigentlichen Wasserwechsel in den Kanister. Das Wasser kann so die Raumtemperatur annehmen und die Garnelen bekommen keinen Schock.

Orangener Flusskrebs (CPO) Becken:
100% Leitungswasser. Unser hartes Leitungswasser mit hohen PH Wert eignet sich gut für die Haltung von CPOs und muss nicht weiter aufbereitet werden.

Yellow Fire/Schoko Bees und golden Tiger/Blue Rili Becken (Neocaridina):
Da wir hier recht hartes Wasser mit einem hohen PH Wert habe passe ich das Wechselwasser den Wasserwerten im Becken an. Je nach Wasserwerten nehme ich meistens 100% Leitungswasser bzw eine Mischung ( Leitung 2:1 Osmose ).

Red Bees PRL, Snow Whites und Pandas...(die meisten Caridina Arten):
die Einstellungen in meinem Bienenbecken stehen HIER

Auch bei Garnelen kann es anders funktionieren. Hierzu möchte ich euch mein kleines Versuchsbecken zeigen:



Als ich im Oktober 2014 die Sulawesi Inlandsgarnelen (evtl auch einige blasse Red Fire) aus meinem Yellow Fire Becken entfernt habe hatte ich noch ein Minibecken übrig. Also habe ich dieses mit etwas Sand, den Innenleben des Tetrafilters und Wasser aus dem Yellow Fire Becken gefüllt. Das Becken läuft bis heute (August 2015) komplett Technikfrei und ohne Wasserwechsel, lediglich das verdunstete Wasser wird nachgefüllt. Auch wird in dem Becken so gut wie nie gefüttert, die Garnelen vernaschen gelegentlich eine Schnecke. In dem Becken gibt es keine Ausfälle, allerdings auch keine Vermehrung.

diese Beispiel zeigt das auch anders gehen kann. Trotzdem würde ich diese Handhabung niemanden empfehlen. Das ganze spiegelt meine Erfahrungen wieder die bei mir funktionieren. Es ist keine Zauberformel, jeder muss selbst sein Optimum finden. Zu beachten ist auch das bei jedem andere Wasserwerte aus der Leitung kommen und die Tiere es auch anders gewöhnt sein können. 


Kommentare:

  1. Filterbakterien sitzen nicht nur im Filter sondern auch im Boden, auf Oberflächen und an der Wasseroberfläche als Film. Bei geringem Besatz und gutem Wasser geht das aber ganz ohne Wasserwechsel?

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  2. Hallo Kamin,
    die guten Filterbakterien habe ich in meinem Beitrag zwar nicht erwähnt, aber natürlich sitzen die auf allen Oberflächen. Die im Filter werden durch den permanenten Durchfluss aber sicherlich die Hauptleistung übernehmen. Um ein Garnelenbecken ohne Wasserwechsel zu betreiben benötigt man schon einiges an Geschick und würde ich ehr nicht empfehlen. Frisches Wasser kommt aber spätestens durch Nachfüllen bei Verdunstung dazu ;)

    LG Knut

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